Ein paar Tipps zu Gitarren und so

Humbucker out of phase?

Eine meiner Les Pauls hattte zwei nicht-serienmässige Humbucker-Tonabnehmer drauf. Problem war, dass diese phasenverkehrt geschaltet sind. Von den zweiadrigen Singlecoils her bin ich gewohnt, einfach die Kabel umgekehrt anzulöten. Das geht bei den Humbuckern mit einem Drahtgeflecht aussen jedoch nicht, da sonst bei Berühren der Saiten gleichzeitig mit dem Tonabnehmern ein Kurzschluss entsteht und der Ton weg ist.

Die Lösung, auf die ich dann per Zufall kam: Umdrehen des Magneten innerhalb des Pickups. Im Video unten sieht man, wie das geht:

Wraparound Tailpiece oder warum nicht mal die Saiten verkehrt aufziehen?

Die ältesten Les Pauls hatten eine sogenannte Wraparound-Bridge, d.h. die Saiten wurden von den Tonabnehmern her eingefädelt und rund um die Brücke geführt.



Später kam dann die Tune-o-matic-Bridge auf, bei der die Saiten einzeln in der Länge verstellt werden konnten, um eine bessere Stimmung hinzukriegen (diejenige der Saite, nicht im Saal ...).

Es gibt verschiedene Gitarristen, die bei einer Les Paul nun die Saiten auch wieder wrap-around-mässig aufziehen, u.a. Joe Bonamassa. Es soll die Saiten weicher machen, das Sustain verbessern und Saitenziehen erleichtern. Habe das auch probiert und es fühlt sich tatsächlich an wie beispielsweise eine 335TD mit Trapez hinten, etwas weicher und "slinkier". Möglich, dass da etwas Placebo-Effekt dabei ist, und nicht jede Gitarre gleich reagiert. Bin mal am ausprobieren ... und es scheint sich zu bewähren.



Telecaster-Tonabnehmer zu scharf/zu mulmig?

Ein Trick, den Halspickup klarer und den Stegpickup etwas milder tönen zu lassen:

- aus der Tele eine zwei Volume/keine Tonregelung-Gitarre machen


Achtung: die Anschlüsse müssen an beiden Potis gleich sein. Auf dem Schema ist das Halspoti seitenverkehrt ....


- ein 500k-Volumepot für den Hals-PU und ein 250k-Volumepot an den Steg-PU anhängen

- ein Treble Bleed Kondenser/Widerstand nach Belieben hinzufügen.


Der Verstärker-Test:

Spiele eine gute und eine schlechte Gitarre über einen schlechten Amp. Es tönen beide schlecht, nur die Schlechte etwas schlechter.

Spiele eine gute und eine schlechte Gitarre über einen guten Amp. Es tönen beide gut, nur die Gute etwas besser.

... und jetzt das selbe Spiel mit den Lautsprechern ...

Somit wären dann vor allem die Speaker für den Sound massgebend, was ja beispielsweise bei anderen elektronischen Geräten und Hifi-Anlagen auch der Fall ist. Bei Gitarren ist das wohl auch so, obschon hier die vorgelagerten Komponenten von

Finger -> Plektrum -> Saiten -> Pickups -> Kabel -> Effekte -> wieder Kabel -> Preamp -> Amp -> all die Röhren, Kondenser, Trafos -> Speakerkabel -> Speaker -> Luftqualität im Raum (...) usw.

halt eine grössere Rolle spielen, da sie nicht alle am gleichen Ort in Ostasien hergestellt werden ...


Gurtpin/Straplock

Viele kennen das Problem, dass der Gurt immer wieder vom Gurtpin rutscht. Da gibt es eine einfache Lösung: Über den Gurt am Gurtpin ein Gummi montieren, wie es bei Bierflaschen mit Bügelverschluss benutzt wird (nein, kein anderes). Gibt es beim Brauereibedarf.

Tonerite vs. PrimeVibe

In vielen Foren zu Gitarrensounds wird darüber debattiert, ob eine Gitarre durch vieles Spielen besser tönt. Ich würde sagen, ja. Für die "Sammler" mehrerer Gitarren ist das leider schwierig, also muss da irgendein Trick her:

Viele Gitarristen stellen die Gitarren neben den Amp oder die Stereoanlage, damit die Instrumente etwas mitbekommen, von dem was gespielt wird.

Andere geben sie einem Experten wie z.B. Emil Weiss mit seiner Klangoptimierung. Ist aber nicht ganz in der Nähe und hält das eine Zeitlang?

Aus den USA gibt es nun Geräte, die den selben Effekt haben sollen, wie längeres Einspielen bzw. Immerwiederspielen:

ToneRite ist eine Art Vibrator (... oder wer's seriöser mag: eine Art Aquariumpumpe), der/die auf verschiedene Frequenzen eingestellt werden kann, auf die Saiten beim Steg montiert wird und dann mindestens 72 Stunden laufen gelassen wird.

PrimeVibe ist ein kleiner Verstärker mit zwei externen Lautsprechern, die - auf das Instrument gelegt - dieses zum Vibrieren bringen. Auf einem CD- oder .mp3-Player kann so dem Instrument die gewünschte Musik "eingespielt" werden.

Leider - oder gottlob - funktioniert das noch nicht so, dass die Gitarre die Songs dann gleich auch noch selber spielt ...

Habe mir mal beide kommen lassen und bis jetzt hat's es tatsächlich gebracht. Das PrimeVibe geht auf alle Instrumente, da einfach zwei Lautsprecher aufgelegt werden. Ist das Instrument gewölbt, z.B. Les Paul, ist die Positionierung etwas heikel. Zudem hört man die der Gitarre abgespielte Musik während der ganzen Behandlung. Dafür kann man dem Instrument gleich seine Lieblingsstücke beibringen ;-).


Das ToneRite wird einfach auf die Saiten geklemmt und vibriert dort vor sich hin. Deshalb braucht es je nach Instrument (Gitarre, Bass) ein anderes Teil. Es schüttelt etwas mehr als das PrimeVibe, ist aber leiser in der Anwendung.

Welches ist besser? Ich weiss es (noch) nicht wirklich, aber:

Ich verwende augenblicklich das ToneRite für alle 6-saitigen akustischen und halbakustischen Gitarren, das PrimeVibe eher für Solidbody-Gitarren und für alles, wo das Tonerite nicht drauf passt (Bässe, 12-saitige)

Genug Auslauf für die Instrumente





Wie die Haustiere brauchen auch Gitarren ab und zu ihren Auslauf, entweder an Konzerten oder an einem schönen Nachmittag auf der Terrasse an der Sonne und frischen Luft.