Meine Strats:




Während langer Zeit meine einzige echte Fender: eine Stratocaster von 1968. Habe sie mal Ende der 70er für ein paar Hundert Franken gekauft, dann traf ich in einem Übungskeller denjenigen, der ihr den Lack entfernt und die Farbe verpasst hat. Ich versprach ihm, wenn ich die Gitarre mal verkaufe, dann nur ihm, was ich ein paar Jahre später auch tat - gegen das Versprechen, sie nur mir wieder zu verkaufen, was er ein paar Jahre später auch tat, gegen das Versprechen ...

Sie hat hinten neu einen Texas Special Tonabnehmer an Stelle des vor 25 Jahren eingebauten splitbaren Humbuckers. Ursprünglich war auch noch ein Kahler Vibrato drauf - gut für eine grossartige Stimmstabilität, aber wehe, wenn man auf die Schnelle eine Saite wechseln muss ... und weil ich es in all den Jahren nie wirklich gebraucht habe, ist nun wieder ein Original Fender "Tremolo" drauf. Seither tönt sie auch noch besser. Sie war schon auf verschiedensten Reisen, Touren und Konzerten dabei.

Und gleich stratmässig weiter mit der Fender Jerry Donahue Limited Edition Hellecaster Strat, und zwar die Nummer 236 von 400. Jerry ist sonst der Telecaster-Typ. Darum tönt der Steg-Pickup auch recht telecasterisch und die Konstruktion ist sehr speziell, d.h. unter dem Pickguard auf der Stegseite ist eine Metallplatte angebracht und das mittlere Poti dient nicht als Toneregler des vorderen Pickups, sondern zum Umschalten zwischen zwei Modes der Pickupverdrahtung. Auf Stellung 10 ist es die normale Stratschaltung, auf Stellung 9 kann man - statt den üblichen Zwischenstellungen - auch die drei Pickups zusammen anwählen oder telemässig den Hals- und den Stegpickup gleichzeitig. Das hintere Poti dient als Master-Tonregler. Gut zu spielen mit dickem Hals und perfekter japanischer Verarbeitung.

Nach diesem eher speziellen Modell nun die ursprünglich klassische Elektro-Gitarre: Fender American Standard Strat. Einen so gut eingestellten Hals habe ich noch selten gespielt. Die Standard-Serie wurde einfach, solide und praktisch im ursprünglichen Sinne des Erfinders Leo Fender lanciert, nachdem man sich bei Fenders eine Zeit lang in teils nicht so gelungene Experimente verstiegen hatte. Meine ist allerdings mittlerweile auch nicht mehr so "Standard":

Da mir das Original-Vibrato und die Saitenreiter nie richtig gepasst haben, ist jetzt Hardware von Callaham drauf.




Hier eine gute Kopie des Originals: eine Squier Silver Series Strat, aus Japan, eine Occasion, die zwar  günstig, aber keineswegs billig ist. Die alten Squier-Modelle sind sehr gut (in den 80ern teilweise besser als die damaligen Originale, - u.a weil es damals die "Originale" aus USA eine Zeit lang gar nicht gab). 



Sie hat am Hals und in der Mitte Tex-Mex Tonabnehmer drauf,und hinten einen splitbaren Seymour Duncan Hotrail, damit's ebenfalls etwas "humbuckt"; und ein Wilkinson Vibrato.









Eine noch ältere Squier Strat - anscheinend aus den mittleren 80er-Jahren - habe ich per Zufall in einem Brockenhaus gesehen. Es ist zwar keine JV aber immerhin eine mit einem E vor der Seriennummer.

Da stecken einige Stunden Arbeit drin, damit sie wieder tönt und sich auch gut spielen lässt. 

Neu habe ich die Elektronik der Fender Standard drauf - allerdings mit 63er Pickups. Mit dem schwarzen Pickguard eine Squier Black Beauty, falls es das überhaupt gibt.

Und was sie auch hat, ist ein für eine Strat nahezu unverstimmbares Vibrato - die reden immer von 'Tremolo', dabei verändert ein solches die Lautstärke von Amps. Dafür hiess das Tremolo bei den alten Fender-Amps dann immer 'Vibrato' - wenigstens konsequent.


Wie  die schwarze Squier Strat gehört diese Maison ST 300R Strat in die Kategorie Brockenhaus-Gitarren. 

Einige Stunden Arbeit mit abschleifen des ursprünglich dicken roten Lacks und ein paar Ersatzteile (u.a. neue Tuner, Texas Special Pickups und das False Tortoise Pickguard sowie ein funktionierendes Vibrato ... nein, nicht Tremolo ...) - und dann doch ein komplett neuer Swamp-Ash-Body drauf - haben aus dieser mir sonst unbekannten Gitarre ein super Instrument gemacht. Die Maison Gitarren wurden anscheinend in den 90ern in Korea für verschiedene Händler als "Hausmarke" hergestellt. Aber eigentlich ist hier nur noch der Hals von "Maison". Echt funky.




Wie schon andernorts gesagt bin ich ein Fan von japanischen Kopien amerikanischer Originale. Hier eine Greco Super Sounds. In den 70er Jahren, als diese Gitarren gebaut wurden, waren sie noch sehr original, was dann zu sogenannten "lawsuits" (Prozessen) führte. Solche Gitarren sind auch fast nur direkt in Japan erhältlich, aber es lohnt sich, via einen vertrauenswürdigen Verkäufer auch mal im Internet danach Ausschau zu halten.

Diese Strat stammt aus dem Jahre 1976, tönt tatsächlich wie eine 10 Jahre ältere Fender, jetzt mit 5-Weg-Pickupschalter.