Other electric Guitars

Jetzt habe ich auch so eine orange Gitarre ... eine Epiphone Emperor Swingster - the poor man's 6120. So wie sie aussieht tönt sie auch, nach Rock'n'Roll-Hillbilly-Countryswing. Habe mal die eine Rollerbridge von der Gretsch draufgetan. Sie passt,und auch die Oktavreinheit stimmt so glücklicherweise - die Holzbrücke ist nämlich angeklebt und kann so nur schwer verschoben werden. Erstaunlich gut verarbeitet im fernen Osten, wow.

Diese habe ich schon am längsten, nämlich seit 1976. Sie selber stammt aus dem legendären Jahr 1968: Eine Gibson ES 335 TD (mit Trapez hinten)

Für diese Gitarre habe ich damals meinen Töff verkauft, mit dem Argument: Eine elektrische Gitarre über den richtigen Verstärker gespielt gibt das gleiche Feeling wie mit einer Harley durch die Wüste, nur ist's wohl ein bisschen ungefährlicher. Es sei denn, die Erdung zwischen Mikrofon und Amp ist kurzgeschlossen ... Oder man fällt mit dieser Gitarre von der Bühne -  zum Glück im Bären Melchnau und nicht im Hallenstadion.

Sie hat's schon durch halb Europa und nach Amerika geschafft und - wie ein altes Pferd - ist sie immer noch dabei. Traue mich fast nicht, sie auf die Bühne mitzunehmen, in einer echten Bluesband würde ich es aber wohl tun ...





Und wie sich in der Natur der Kreis der Jahreszeiten wiederholt, ist auch eine meiner "Neuesten" ziemlich genau die Gleiche wie meine Älteste.

Eine Gibson ES 335TD mit Trapez-Tailpiece, allerdings eine etwas jüngere aus dem Jahr 1979.

Der Schalter im unteren Cutaway dient zum Umschalten der Tonabnehmer von Humbucker auf Singlecoil. Nützlicher Effekt und bei alten Gibsons eher unüblich.

Die Gretsch Silver Jet G6129 mit DynaSonic-Pickups wurde im Jahr 1997 in Japan als Reissue des 1957 Modells hergestellt. Ohne Bigsby-Vibrato und mit Thumbnail-Inlays im Griffbrett. Sie ist dank dem chambered Body (ausgehöhlter Korpus) recht leicht. War in den 50ern die Duo Jet eher etwas für die Countrymusiker, wurde die Silver Jet für die Rocker gebaut. Sie tönt auch so und lässt viel Raum für (Anschlags-)Dynamik.


Auch fast eine Gretsch ist die Cort Sunset 1. Sie ist eine Kopie der Spectrasonic mit TV Jones Tonabnehmer und Bigsby lizensiertem Tremolo. Kann die typischen sparkeligen Sounds einer halbakustischen Gretsch und ist so die ideale Ergänzung zur rockig-grummeligen Silver Jet, dabei auch eine erstaunlich gute AC/DC-Riff Gitarre.




Bei kleineren Gigs ohne Drums benutze ich oft diese Ibanez 2355 Jazzgitarre. Wenn schon nicht das Original (die Gibson ES-175), dann wenigstens eine Ibanez.

Gibt einen Rockabilly-Touch in Country Music und einen Akkustik-Touch im Trio mit Kontrabass. Wenn's hingegen zu laut wird, kommt Feedback auf. Das lässt sich zwar mit Schaumgummi eindämmen, entsprechend "schaumig" wird dann auch der Sound.

Habe wieder mal dickere Jazz-Saiten drauf. Sie tönt so immer noch am besten. Und immerhin habe ich mal die Swiss Jazz School in Bern besucht ...


Eine Gibson SG 61 Reissue aus dem Gibson Custom Shop.

Die SG wurde Anfang bis Ende der 60er - zu den Zeiten, als die Produktion der "normalen" Les Paul eingestellt war -  als deren Nachfolgemodell lanciert, obschon Herr Paul diese Gitarre sehr nicht zu lieben schien (darum erscheint sie hier auch nicht auf der Les Paul Seite).

Liegt grossartig in der Hand und hat eine traumhafte Saitenlage. Die Form ist ideal, um auch in den höchsten Tönen zu spielen. 

Die typische AC/DC Gitarre (allerdings ohne Vibrato), und auch Santana hat sie schon in Woodstock gespielt ... und anscheinend ist sie das meistverkaufte Gibson-Modell.

Viele SGs kämpfen mit Stimmproblemen. Bei mir habe ich diese gelöst, indem der Gurt etwas tiefer hängt, damit man mit dem Arm nicht zu sehr am relativ dünnen Body herumdrückt. Dann wurden die Mechaniken gewechselt und der Sattel nachgeschliffen. Jetzt stimmt sie einwandfrei.

Und noch mal aus der Sparte Minimal-Gitarren, diesmal aus USA: MusicMan Axis, ein geniales Ding mit wirklich nur dem nötigsten dran, ohne Vibrato und mit String through body (Saiten durch den Korpus wie bei Telecasters).

Ist ungemein angenehm zu spielen und stammt ursprünglich vom Eddy Van Halen Modell ab. Deshalb ist sie auch sehr schnell ... und trotzdem flexibel punkto Stilrichtung. Sie ist ein bisschen kürzer als andere Gitarren, angeblich weil Eddie oft Mühe hatte, seinen Gitarrenkoffer mit ins Flugzeug zu nehmen. Passt deshalb auch besser in den Kofferraum eines Kleinwagens als die üblichen Strat- und Les Paul Koffer. 




Jingle-Jangle im Badezimmer von Hotel California:

Danelectro Hodad 12 String. Und plötzlich weiss man, wo all diese Sounds herkommen. Auch bei den elektrischen 12 Saitigen gilt die Marke als Pionier. Im Zuge der neuen Bescheidenheit oder als Kontrapunkt zum je-älter-je-teurer Trend bei den Gitarren werden diese
Instrumente jetzt wiederbelebt.

In den 50/60ern wurden die Danelectros für Warenhausketten gebaut - im entsprechenden Design und Material (statt 'mother of pearl' eher in 'mother of toilet seat'). Die Qualität ist bei diesen Instrumenten erstaunlich; es ist nur das Nötigste dran und somit kann nicht viel schief laufen.

Das Konzept, diese eh schon auf billig getrimmten Gitarren im fernen Osten (Korea, China) herstellen zu lassen, passt auch besser, als dort teure Instrumente zu kopieren. Es bleibt in diesem Fall eben sozusagen nach wie vor ein Original.









Ursprünglich aus Japan und anscheinend aus dem Jahr 1975 stammt diese Travel-Gitarre. Habe sie von einem schottischen Händler gekauft. Sie hat eine normale Tele/Strat-Mensur und neu eine Pickupumschaltung und - wie bei mir üblich - zwei Volumen statt Volume und Tone. Meine Wohnzimmergitarre.

Zum Schluss die Jerry Jones Baritone Single Cutaway. Jerry Jones machte teure Kopien der billigen Danelectro-Modelle aus früheren Jahren, dafür excellent verarbeitet, angenehm zu spielen und mit Spitzen-Spaghettiwestern Sound. Jerry Jones hat leider letzthin aufgehört damit.

In den 50er Jahren doppelte man oft den Bass mit einer Baritone-Gitarre, damit es es knackiger klang. Heute werden die tiefen Twang-Riffs im Country oder aber die grummeligen Dark-Sounds im Metal auf solchen Baritone-Gitarren gespielt.