Guitars

Warum bin ich überhaupt Gitarrist geworden?


Erste Klavierversuche hatten keinen Erfolg und als mein Vater in den 60er-Jahren die erste Beatles Platte kaufte, war das nun schon eine Erleuchtung im Vergleich zur Musik, die unsere Eltern damals sonst so hörten (Klassik, Stockhausen, Chansons usw.).

Mein jüngerer Bruder hatte schon ein Jahr vor mir mit Gitarrespielen begonnen und war auch viel talentierter. Meine Eltern begleiteten ihn oft an Konzerte, da er in einigen Konzertlokalen sonst gar nicht eingelassen wurde.

Eines Abends erwähnte ich beiläufig, dass ich es vielleicht auch mit Gitarre versuchen könnte, meine Eltern waren begeistert, das der endlich etwas Kreatives machen wollte und ... here we are.

Nach einigen Lektionen auf der akustischen Wanderklampfe musste dann eine elektrische Gitarre her. Dieses Aria-Diamond-Modell hing im Geschäft neben einer Fender Stratocaster, die viel teurer war und erst noch weniger Schalter dran hatte. Also dachte ich, das Geschäft meines Lebens zu machen und kaufte die billigere mit erst noch mehr Knöpfen dran

... und wenn man dann mit der Gitarre hintendrauf auf dem Moped am Schulhaus vorbeifuhr, machte das zu jener Zeit schon noch Eindruck auf die Mitschülerinnen ...


Links mein Bruder Michael mit seiner halbakustischen Aria, die mit einem Schaller-Amp - oder hier dem kleinen Laney von Schämpu Berchier - schon recht professionell daherkam. Und es ist halt auch der Player, der den Sound macht ...

Wer erinnert sich noch an die Konzerte der "Pot" mit Bänz Studer an der Rhythm-Gitarre, Duri Wirz am Drums und Dänu Rutsch am Bass ... und eben meinem Bruder als Leadgitarristen? 

Leider haben die Jungs nach einiger Zeit aufgehört, weil das Musikmachen eben noch mit Sachen verbunden ist, die nichts mit Musik, Talent und Freude zu tun haben. 



Über die Jahre hinweg habe ich immer wieder andere Gitarren gehabt. In den Schulferien haben wir irgendwelche Jobs gemacht wie Schulhaus putzen, Büros zügeln und so, und mit dem verdienten Geld wurden dann Gitarren und sonstiges Equipment gekauft. Kann sein, dass einige davon heute richtige Sammlerstücke sind und sich irgendwo auf der Welt bei jemandem befinden, der sie hoffentlich zu schätzen weiss, z.B. die 60er-Jahre Strats, die wir in den 70ern als Occasionen kauften, weil wir nicht genug Geld für eine neue Gitarre hatten ... oder die Gretsch Chet Atkins Country Gentleman und die Martin D18 aus Yours truly Zeiten ... oder die rote Les Paul, meine FoolHouse Hauptgitarre ...

So hat jede Gitarre Ihre Geschichte, auch diejenigen die ich heute habe, die:

Meine 2019 Neujahrsgitarre und etwas zur silbernen Hochzeit: Als sie im Jahr 1994 gebaut wurde, habe ich gerade meine ersten Gigs mit Buddy Dee & the Ghostriders gespielt ... die Epiphone Sheraton II aus Korea. Schöner Hals und viel Holz. Ist ählich wie die Gibson ES-335 semi-akustisch mit einem Block in der Mitte.

Gibson Les Paul " Bullion All Gold" 1960 Reissue von 1990.

Habe lange von einer goldenen Les Paul geträumt, ... und dann kam eine komplett Goldene. Sie hat alles drauf, vom Mark Knopfler Brothers in Arms Sound bis zum Gary Moore (R.I.P.) Brett. Tönt super für Sounds wie Free (mit dem genialen "mit wenig Tönen viel sagen" Gitarristen Paul Kossoff).

Heute kennt man die Les Paul vor allem als Hardrock- und Bluesgitarre. Ursprünglich wurde sie aber von Les Paul - einem Gitarristen und Soundtüftler der eher leichten Muse - entworfen, um relativ cleane Sounds zu spielen. So nehmen Entwicklungen halt so ihren Lauf ...

Im Gegensatz zum Original mit den Ceramic-Pickups sind jetzt ein Paar Gibson 1957 Classic Tonabnehmer mit Alnico II-Magneten drauf. So tönt das nun schon echt nach alter Gibson.

Die Schramme oben kommt von einem Gitarrenständer ohne Gummi drum und dem kläglichen Versuch, diese am nächsten Tag gleich mit einem noch herumstehenden Lackspray zu flicken; also Vorsicht, wo ihr eure Lieblingsteile abstellt ;-) ... und andere zahlen etwas, damit ihre Gitarre so zerschrammt aussieht.

Aus Japan stammt diese Orville Les Paul Standard. Orville ist ein Gibson Ableger und eigentlich wurden fast alle diese in Japan hergestellten Instrumente von der Fujigen Gakki Company gebaut, ob sie jetzt Fender, Orville, Tokai, Greco oder Burny heissen.

Die Pickups sind von Seymour-Duncan (Seth Lover SH 55). Sie ist auch schön leicht, im Gegensatz zu einigen USA-Modellen. Wobei das Gewicht schlussendlich via verwendetes Holz oder Hohlräume auch auf den Sound einen Einfluss hat. Mit den Goldknöpfen drauf darf sie sogar das Pickguard behalten ...

Back in Black:

Noch aus Korea stammt diese Epiphone Les Paul Studio (heute kommen die Epis anscheinend alle aus China).

Sie kam zusammen mit verschiedensten Original-Gibson-Teilen und zwei Seymour-Duncan Slash Pickups, die der vorherige Besitzer verbauen wollte, dabei jedoch kläglich scheiterte. Diese Pickups sind jetzt auf der Ibanez Thinline; aktuell drauf sind - nach einigen Experimenten - ein Tokai Humbucker am Hals und ein Seymour Duncan SH 1B am Steg.

Zusammen mit meinem Sohn Dominik ist es uns nun gelungen, aus dem hässlichen Entlein eine super Rockgitarre zu basteln. 





Ein  Höhepunkt an japanischer Gitarrenbaukunst: Die Bacchus Duke Master Gold Top.

Unter dem Slogan "Beginning of the new Tradition" stellen diese Gitarrenbauer sagenhafte Instrumente her, die in ein paar Jahren vielleicht ebenfalls den Status ihrer Vorbilder haben.

Diese Les Paul inspirierte Gitarre mit den P-90 Style HMC ALNICO III Pickups kommt meiner Vorliebe für Allman Brothers und /oder Dickey Betts entgegen.





Nochmal aus Japan, der Edelgitarren-Bauernation im fernen Osten: Eine Tokai Love-Rock LS85. Sie sieht aus wie eine alte Gibson Les Paul Gold Top, ist auch schwer wie diese und tönt halt eben auch wie diese. Der Vorbesitzer hat zusätzlich Lollar Imperial Humbucker-Pickups drauf getan. Da kommt ein rechtes Pfund daher, speziell mit dem Marshall Silver Jubilee.

Wahrscheinlich eine der einzigen meiner Gitarren, die ich einfach so übernommen habe, ohne etwas abzuändern - ausser vielleicht der Halseinstellung. Es stimmt einfach alles ...

Ein weiteres Japan-Modell und die absolute Minimal-Gitarre und halt eben auch eine Les Paul: die Burny Rock'n Roll Version.

Eine Kopie der Les Paul Junior aus den 70ern. Nur ein Pickup, und sie tönt am besten, wenn das Tonepoti abgehängt ist. Ist echt urtümlich und ein Stück Musikgeschichte. Habe sie auch schon als Telecaster-Ersatz eingesetzt, ist aber eigentlich die pure Rockriff Klampfe.

Die Farbe heisst übrigens TV-Yellow. Beim Schwarz-Weiss Fernsehen war echtes Weiss im Scheinwerferlicht zu hell, deshalb musste man die Gitarren gelb machen, damit sie am Bildschirm weiss erschienen. Man stelle sich nun vor, wie vergilbt die in den einschlägigen TV-Spots für Waschmittel dargestellte weisse Wäsche gewesen sein muss ...

Und noch mal aus der Sparte Minimal-Gitarren, diesmal aus USA: MusicMan Axis, ein geniales Ding mit wirklich nur dem nötigsten dran, ohne Vibrato und mit String through body (Saiten durch den Korpus wie bei Telecasters).

Ist ungemein angenehm zu spielen und stammt ursprünglich vom Eddy Van Halen Modell ab. Deshalb ist sie auch sehr schnell ... und trotzdem flexibel punkto Stilrichtung. Sie ist ein bisschen kürzer als andere Gitarren, angeblich weil Eddie oft Mühe hatte, seinen Gitarrenkoffer mit ins Flugzeug zu nehmen. Passt deshalb auch besser in den Kofferraum eines Kleinwagens als die üblichen Strat- und Les Paul Koffer. 

Jetzt habe ich auch so eine orange Gitarre ... ebenfalls eine Epiphone, die Emperor Swingster - mit den Häussel Tronebucker-Pickups tatsächlich the poor man's 6120. Die Pickuprahmen und Potiknöpfe waren ursprünglich schwarz; mir gefällt es heller besser.

So wie sie aussieht tönt sie auch, nach Rock'n'Roll-Hillbilly-Countryswing. Erstaunlich gut verarbeitet im fernen Osten, wow. 

Eine Tele, die nicht einen einzigen Fenderteil hat. Zusammengebastelt von Matz Guitars.

Das Telecaster-Konzept ist nach wie vor genial. Meine hier hat hinten einen Broadcaster Pickup von Seymour-Duncan und vorne einen total bluesigen G&L. Die Broadcaster war die eigentliche Ur-Tele, bevor sie aus markenrechtlichen Gründen zur Telecaster wurde.

Der Hals ist schön breit, damit man zwischen den Saiten genug Platz für Fingerpickings hat. Das Tailpiece ist von Joe Barden.

Seit einiger Zeit bin ich Fan japanischer Gitarren aus den 70er und 80er Jahren. Gerade Fender hatte damals Probleme mit der Mutterunternehmung CBS, was beinahe zum Ende der Produktion führte. Dank der Übernahme der Marke durch einige Mitarbeiter wurden uns diese legendären Instrumente erhalten. Allerdings waren die Fabriken in den USA nicht Teil des Deals. So konnten die Fender-Gitarren während einiger Zeit nur noch in Japan gebaut werden ...

Eine davon ist diese Fender Telecaster MIJ (Made in Japan). Dank der (damaligen)  Einstellung der Japaner , lieber etwas Gutes zu machen als schnellen Profit, sind diese Instrumente von hoher Qualität und noch heute von Kennern gesucht.


Wenn wir grad bei den Hölzern sind:

Die ersten Teles waren aus Nadelhölzern; nicht gerade das übliche Tonholz für Gitarren. Es gibt nun einen Trend "back to the roots" Gitarren wieder aus solchen Hölzern zu machen. So z.B. die Pinecasters aus Kiefernholz. Zudem ist die Long Leaf Yellow Pine (Sumpfkiefer) das typische Südstaatenholz.


Hier die Barnes Custom Pinecaster #011. Sogar der Hals ist aus der gleichen Kiefer. Er ist jedoch mit einem Trussrod verstärkt, was die ganz Originalen noch nicht waren; und - ebenfalls entgegen der reinen Lehre - habe ich gleich zwei String-Trees (Saitenniederhalter) montiert. Sogar die Verdrahtung des Tonepotis als Volume für den Bridge-Pickup habe ich jetzt geshafft. Da der Platz unter der Control-Plate knapp ist (die Gitarre ist gerade mal 3 cm dick), ist nun ein Gibson-Schalter drauf .

A real southern belle ...



Meine meistverbastelte Gitarre: Die Fender Mexico Deluxe Tele mit einem G&L Pickup hinten, einem splitbaren Häussel Trembucker vorne, einem Bigsby-Vibrato und neuer Elektronik.

Bei meinen Strats und Teles sind zwei Saitenniederhalter drauf; nicht nur für die E- und H-Saite, sondern auch für die G- und D-Saite.

Und das Tonepoti wird zu einem zweiten Volumepoti (für den Bridge-Pickup) umfunktioniert. So können die Tonabnehmer in der Mittestellung lespaulmässig zusammengemischt werden.

Ein Schema dazu gibt es hier von der Seymour-Duncan Seite. Das Bridge-Volume-Poti muss jedoch - jedenfalls bei mir - wie das Neckvolume verdrahtet werden, ist einfach um 180 Grad gedreht. Auf dem Schema ist das spiegelverkehrt dargestellt. So wie dort gezeigt ist es zu, wenn es offen sein sollte.

Die gleichen Mods sind auf der 2001 Mexico Tele.

Ein Kollege von meinem Sohn hat sie mir gegeben. Sie stammt von seinem Vater, der sie nicht mehr spielen kann. Er hat sich ein gutes Plätzchen für seine Gitarre gewünscht und nun ist sie bei mir im Kreise ihrer Telekolleginnen sozusagen im "Gitarrenasyl". Macht Spass, sie zu haben.

Neu sind der Seymour-Duncan an der Bridge, der G&L-Pickup am Hals, die Gotoh-Bridge und das schwarze Pickguard.

Les Paul im Telepelz

Die Ibanez Thinline 2384 ist eine Kopie der 72er-Fender Thinline ebenfalls etwa aus diesen Jahren. Sie hat weder eine Serien-Nummer noch einen Schriftzug, was hier ausnahmsweise heisst, dass sie echt ist. Mit den Humbuckern ist sie etwas anderes als eine "normale" Tele. Für alle, die sich nicht trauen, eine Les Paul an ein Country-Festival mitzunehmen (obwohl das in der aktuellen Countryszene auch hierzulande kein Problem mehr sein sollte).

Der Hals ist super zu spielen, die Elektronik hatte noch ein paar Macken wie z.B. 250k Potis für Humbucker (?) . Habe 500k Potis reingetan und das Tonepoti zu einem Volumepoti für den Bridge-Tonabnehmer gemacht. Zudem hat sie jetzt die Slash Alnico Pro II Pickups, die ursprünglich für die Epiphone Les Paul Studio vorgesehen waren, mit Splitcoil und so.

Achtung: bei den echten Fender 72 Thinlines sind grössere Pickups drauf. Die kann man nicht so einfach mit "normalen" Humbuckern ersetzen.





Ein Geheimtipp sind die Furch-Gitarren, hier eine Furch Vintage OM 32 SM CUT. Eine oberklassige akustische Gitarre. Könnte sie mir gar nicht leisten, wenn es nicht ab und zu eine Gebrauchte zu verkaufen gäbe.

Die Gitarren werden in Tschechien handgemacht und man kann anscheinend die Fabrik besuchen und sich sein persönliches Model gleich aussuchen oder bestellen. Meines ist eines aus der Vintage Serie mit Cutaway. Sie ist ein sogenanntes Orchestra-Model, d.h. relativ kleiner Korpus, mit Shadow Pickup, sehr bequem zu spielen und "sounds great".

Die Idee war, eine akustische Gitarre zu finden, die auch bei Gigs ohne Verstärker (real unplugged) gegen eine andere akustische Gitarre, einen Kontrabass und etwas Perkussion durchkommt. Eine der lautesten Dreadnoughts - ohne gleich das Budget zu sprengen - ist die Washburn WD 10SCE. Sie ist auch sehr komfortabel zu spielen, wenn man den Hals etwas einstellt und den Sattel nachschleift.





Eine Zeitlang gab es keine Sigma-Gitarren mehr. Sie werden aber jetzt unter der dem Label "Sigma established 1970" wieder hergestellt unter der Regie des deutschen Vertriebs AMI GmbH in München .


Diese Sigma SGMC-GA hat es mir vor allem wegen dem Fishman-Presys-Pickup und dem breiten Griffbrett angetan. Sie tönt auch akustisch recht gut und sieht mit dem satinierten Holz cool aus.

... und etwas eher für das Lagerfeuer: nicht weil sie länger brennt, sondern voller tönt.

eine Sigma 12-string

Die Sigmas sind eigentlich Martin-Kopien und daher günstiger zu haben. Wenn man ein gutes - und gut eingestelltes - Exemplar erwischt, ist der Unterschied nicht wirklich gross.








Akustisch am besten tönt die Guild GAD 30PCE. Guter Fishman Pickup mit Regelung im Schalloch, kniffliger Batteriewechsel ... aber was macht man nicht alles für den guten Ton.


Schönes Holz (Fichte und afrikanisches Padauk) und Mahagony-Hals.

Diese habe ich schon am längsten, nämlich seit 1976. Sie selber stammt aus dem legendären Jahr 1968: Eine Gibson ES 335 TD (mit Trapez hinten)

Für diese Gitarre habe ich damals meinen Töff verkauft, mit dem Argument: Eine elektrische Gitarre über den richtigen Verstärker gespielt gibt das gleiche Feeling wie mit einer Harley durch die Wüste, nur ist's wohl ein bisschen ungefährlicher. Es sei denn, die Erdung zwischen Mikrofon und Amp ist kurzgeschlossen ... Oder man fällt mit dieser Gitarre von der Bühne -  zum Glück im Bären Melchnau und nicht im Hallenstadion.

Sie hat's schon durch halb Europa und nach Amerika geschafft und - wie ein altes Pferd - ist sie immer noch dabei. Traue mich fast nicht, sie auf die Bühne mitzunehmen, in einer echten Bluesband würde ich es aber wohl tun ...





Und wie sich in der Natur der Kreis der Jahreszeiten wiederholt, ist auch eine meiner "Neuesten" ziemlich genau die Gleiche wie meine Älteste.

Eine Gibson ES 335TD mit Trapez-Tailpiece, allerdings eine etwas jüngere aus dem Jahr 1979.

Der Schalter im unteren Cutaway dient zum Umschalten der Tonabnehmer von Humbucker auf Singlecoil. Nützlicher Effekt und bei alten Gibsons eher unüblich.

Die Gretsch Silver Jet G6129 mit DynaSonic-Pickups wurde im Jahr 1997 in Japan als Reissue des 1957 Modells hergestellt. Ohne Bigsby-Vibrato und mit Thumbnail-Inlays im Griffbrett. Sie ist dank dem chambered Body (ausgehöhlter Korpus) recht leicht. War in den 50ern die Duo Jet eher etwas für die Countrymusiker, wurde die Silver Jet für die Rocker gebaut. Sie tönt auch so und lässt viel Raum für (Anschlags-)Dynamik.

Auch fast eine Gretsch ist die Cort Sunset 1. Inspiriert von der Gretsch  Spectrasonic mit TV Jones Tonabnehmern und Bigsby lizensiertem Tremolo. Kann die typischen sparkeligen Sounds einer halbakustischen Gretsch und ist so die ideale Ergänzung zur rockig-grummeligen Silver Jet, dabei auch eine erstaunlich gute AC/DC-Riff Gitarre.




Bei kleineren Gigs ohne Drums benutze ich oft diese Ibanez 2355 Jazzgitarre. Wenn schon nicht das Original (die Gibson ES-175), dann wenigstens eine Ibanez.

Gibt einen Rockabilly-Touch in Country Music und einen Akkustik-Touch im Trio mit Kontrabass. Wenn's hingegen zu laut wird, kommt Feedback auf. Das lässt sich zwar mit Schaumgummi eindämmen, entsprechend "schaumig" wird dann auch der Sound.

Habe wieder mal dickere Jazz-Saiten drauf. Sie tönt so immer noch am besten. Und immerhin habe ich mal die Swiss Jazz School in Bern besucht ...




Eine Gibson SG 61 Reissue aus dem Gibson Custom Shop.

Die SG wurde Anfang bis Ende der 60er - zu den Zeiten, als die Produktion der "normalen" Les Paul eingestellt war -  als deren Nachfolgemodell lanciert, obschon Herr Paul diese Gitarre sehr nicht zu lieben schien (darum erscheint sie hier auch nicht auf der Les Paul Seite).

Liegt grossartig in der Hand und hat eine traumhafte Saitenlage. Die Form ist ideal, um auch in den höchsten Tönen zu spielen. 

Die typische AC/DC Gitarre (allerdings ohne Vibrato), und auch Santana hat sie schon in Woodstock gespielt ... und anscheinend ist sie das meistverkaufte Gibson-Modell.

Viele SGs kämpfen mit Stimmproblemen. Bei mir habe ich diese gelöst, indem der Gurt etwas tiefer hängt, damit man mit dem Arm nicht zu sehr am relativ dünnen Body herumdrückt. Dann wurden die Mechaniken gewechselt und der Sattel nachgeschliffen. Jetzt stimmt sie einwandfrei.



Jingle-Jangle im Badezimmer von Hotel California:

Danelectro Hodad 12 String. Und plötzlich weiss man, wo all diese Sounds herkommen. Auch bei den elektrischen 12 Saitigen gilt die Marke als Pionier. Im Zuge der neuen Bescheidenheit oder als Kontrapunkt zum je-älter-je-teurer Trend bei den Gitarren werden diese
Instrumente jetzt wiederbelebt.

In den 50/60ern wurden die Danelectros für Warenhausketten gebaut - im entsprechenden Design und Material (statt 'mother of pearl' eher in 'mother of toilet seat'). Die Qualität ist bei diesen Instrumenten erstaunlich; es ist nur das Nötigste dran und somit kann nicht viel schief laufen.

Das Konzept, diese eh schon auf billig getrimmten Gitarren im fernen Osten (Korea, China) herstellen zu lassen, passt auch besser, als dort teure Instrumente zu kopieren. Es bleibt in diesem Fall eben sozusagen nach wie vor ein Original.

Die Jerry Jones Baritone Single Cutaway ist eine teure Kopie des Danelectro-Modells aus früheren Jahren, dafür excellent verarbeitet, angenehm zu spielen und mit Spitzen-Spaghettiwestern Sound. Jerry Jones hat leider letzthin aufgehört damit.

In den 50er Jahren doppelte man oft den Bass mit einer Baritone-Gitarre, damit es es knackiger klang. Heute werden die tiefen Twang-Riffs im Country oder aber die grummeligen Dark-Sounds im Metal auf solchen Baritone-Gitarren gespielt.






Ursprünglich aus Japan und anscheinend aus dem Jahr 1975 stammt diese Travel-Gitarre. Habe sie von einem schottischen Händler gekauft. Sie hat eine normale Tele/Strat-Mensur und neu eine Pickupumschaltung und - wie bei mir üblich - zwei Volumen statt Volume und Tone. Meine "mini scotch" Wohnzimmergitarre.



Während langer Zeit meine einzige echte Fender: eine Stratocaster von 1968. Habe sie mal Ende der 70er für ein paar Hundert Franken gekauft, dann traf ich in einem Übungskeller denjenigen, der ihr den Lack entfernt und die Farbe verpasst hat. Ich versprach ihm, wenn ich die Gitarre mal verkaufe, dann nur ihm, was ich ein paar Jahre später auch tat - gegen das Versprechen, sie nur mir wieder zu verkaufen, was er ein paar Jahre später auch tat, gegen das Versprechen ...

Sie hat hinten neu einen Texas Special Tonabnehmer an Stelle des vor 25 Jahren eingebauten splitbaren Humbuckers. Ursprünglich war auch noch ein Kahler Vibrato drauf - gut für eine grossartige Stimmstabilität, aber wehe, wenn man auf die Schnelle eine Saite wechseln muss ... und weil ich es in all den Jahren nie wirklich gebraucht habe, ist nun wieder ein Original Fender "Tremolo" drauf. Seither tönt sie auch noch besser. Sie war schon auf verschiedensten Reisen, Touren und Konzerten dabei.

Und gleich stratmässig weiter mit der Fender Jerry Donahue Limited Edition Hellecaster Strat, und zwar die Nummer 236 von 400. Jerry ist sonst der Telecaster-Typ. Darum tönt der Steg-Pickup auch recht telecasterisch und die Konstruktion ist sehr speziell, d.h. unter dem Pickguard auf der Stegseite ist eine Metallplatte angebracht und das mittlere Poti dient nicht als Toneregler des vorderen Pickups, sondern zum Umschalten zwischen zwei Modes der Pickupverdrahtung. Auf Stellung 10 ist es die normale Stratschaltung, auf Stellung 9 kann man - statt den üblichen Zwischenstellungen - auch die drei Pickups zusammen anwählen oder telemässig den Hals- und den Stegpickup gleichzeitig. Das hintere Poti dient als Master-Tonregler. Gut zu spielen mit dickem Hals und perfekter japanischer Verarbeitung.





Hier eine gute Kopie des Originals: eine Squier Silver Series Strat, aus Japan, eine Occasion, die zwar  günstig, aber keineswegs billig ist. Die alten Squier-Modelle sind sehr gut - u.a weil es damals die "Originale" aus USA eine Zeit lang gar nicht gab. 



Sie hat am Hals und in der Mitte Tex-Mex Tonabnehmer drauf, und hinten einen splitbaren Seymour Duncan Hotrail, damit's ebenfalls etwas "humbuckt"; und ein Wilkinson Vibrato.

Viel gebastelt habe ich an dieser Maison ST 300R Strat.

Einige Stunden Arbeit mit abschleifen des ursprünglich dicken roten Lacks und ein paar Ersatzteile (u.a. neue Tuner, Texas Special Pickups und das False Tortoise Pickguard sowie ein funktionierendes Vibrato ... nein, nicht Tremolo ...) - und dann doch ein komplett neuer Swamp-Ash-Body drauf - haben aus dieser mir sonst unbekannten Gitarre ein super Instrument gemacht. Die Maison Gitarren wurden anscheinend in den 90ern in Korea für verschiedene Händler als "Hausmarke" hergestellt. Aber eigentlich ist hier nur noch der Hals von "Maison". Echt funky.






Wie schon andernorts gesagt bin ich ein Fan von japanischen Kopien amerikanischer Originale. Hier eine Greco Super Sounds. In den 70er Jahren, als diese Gitarren gebaut wurden, waren sie noch sehr original, was dann zu sogenannten "lawsuits" (Prozessen) führte. Solche Gitarren sind auch fast nur direkt in Japan erhältlich, aber es lohnt sich, via einen vertrauenswürdigen Verkäufer auch mal im Internet danach Ausschau zu halten.

Diese Strat stammt aus dem Jahre 1976, tönt tatsächlich wie eine 10 Jahre ältere Fender, jetzt mit 5-Weg-Pickupschalter.



Ein Traditionsmodell in der "Classic-Rock Bassgeschichte" ist der Jazz-Bass. Er wurde viel kopiert wie hier beispielsweise in Form des Sandberg California JJ.

Wieder ein schönes Stück deutscher Handwerkskunst. Zusätzlich zur Jazzbass Tonabnehmerbestückung lässt er sich auf aktive Tonregelung mit entsprechendem Boost umschalten.

Er ist traumhaft zu spielen; nachdem ich ihn erstanden hatte, habe ich gleich mal den Schraubenzieher hervorgenommen und versucht, die Saitenlage zu verbessern. Und siehe da: mit der nötigen Geduld lässt sich auch bei einem Bass beinahe eine gitarrenhafte Spielbarkeit einstellen.

Wenn mich also jemand fragt, was ich neben dem Gitarre spielen so als Hobby betreibe: an Gitarren herumbasteln und Bassspielen. 

Wenn am Samstagmorgen um 7 Uhr der Pöstler klingelt und eine Fender Precision Bass MIJ aus dem Japan der 90er-Jahre bringt, handelt es sich um ein  Geburtstagsgeschenk meiner lieben Frau. Danke. Ist wirklich ein schönes Ding und tönt auch sehr gut.


Apropos Geburtstag: er fand dann hier statt