Amps

Mein erster Amp war der Graetz-Radio im Wohnzimmer meiner Eltern. Mit zwei Eisendrähten an einem Gitarrekabel und beim richtigen Kontakt am Radio drumgewickelt, gab das einen echten Röhrensound. Einen guten Ton gab auch das Grundig-Spulentonbandgerät meines Vaters.

Spätere Amps waren zwar lauter, aber es dauerte schon seine Zeit, bis der Radio/Tonbandgerät-Sound übertroffen war.


Aktuell habe ich für die verschiedensten Gelegenheiten die verschiedensten Amps:


Nachdem ich während über 10 Jahren nur noch kleine Amps spielte, habe ich mir diesen Marshall 2555 Silver Jubilee geleistet,

Vorher hatte ich alle grösseren Stacks verkauft, weil ich mal spät abends in einer Einstellhalle versuchte, eine Marshallboxe in einen Kleinwagen zu hieven und mir dabei dermassen einen Hexenschuss holte und niemand war da, der mir helfen konnte ... aber eben, wenn man den Sound will, muss man ihn auch 'ertragen' können.

Die Silver Jubilees sind anscheinend die Lieblingsamps von Slash und Joe Bonamassa. Aber, wie Steve Lukather sagt: "I'm afraid with any gear you won't sound like me, really even if you DID have the exact gear you wouldn't. People think it's the amp and guitar that get the sound... Well, it is not. It HELPS to have great gear but we all sound the same thru any gear. I have played thru EVH's amps, I played Jeff Becks Strats... I still sound like me playing thru their gear! Hahaha, that's the way it is. Just groove and sound like yourself and have FUN!!!"

Den Marshall JTM 50 Bluesbreaker Combo (ein Reissue von anfangs der 90er Jahre) habe ich bei der Musigbörse in Bern gekauft.

Der Amp ist noch fast schwerer zu transportieren als das Halfstack, da er keine Räder hat und trotzdem einiges an Gewicht und Höhe. Aber eben, wenn man den Sound will ... habe mittlerweile zwei zusätzliche Traggriffe montiert, was doch etwas hilft.

Der kleine Bruder des Bluesbreaker und das kleinste Mitglied meiner Marshall-Familie ist der Marshall 1974x handwired. Der beste Amp für eine Les Paul, und besser zu transportieren; da reicht ein einziger Traggriff oben. So original, dass er sogar ein Tremolo hat - wie der grössere Bruder übrigens auch.

Je kleiner der Amp, desto grösser im Bild … mein Marshall für Rückengeschädigte, der Marshall Class 5. Mit seinen 5 Watt und dem 10-Zoll-Speaker ist er durchaus übungskellergeeignet. 

Die Farbe dieses Marshall JCM900 stammt vom Vorbesitzer und schadet  dem Sound in keiner Weise ...

Verwende diesen und andere oft mit einem Verschwächer (Powersoak), der zwischen Amp und Boxe geschaltet ist. Man kann den Amp aufdrehen und es ist trotzdem nicht so laut. Davon gibt es auch günstige und trotzdem gute wie den TubeCube oder die Weber Attenuators. Eine Möglichkeit, den Amp leiser zu machen ist auch, ihn gegen die Wand zu drehen oder vom Publikum weg, oder aber andere Röhren zu verwenden, z.B. eine 5751 oder 12AY7 statt eine 12AX7 in die erste Position bei Vorstufen.

Oder zwei Endstufenröhren entfernen - entweder die beiden äussersten oder die beiden mittleren - und den Output-Wahlschalter auf "LO" stellen. Ist weniger laut und weniger scharf als im Original.

Ein 40 Watt Fender Blues Deluxe ... Ich benutze ihn oft für grössere Countrygigs, manchmal sogar mit einer zusätzlichen Marshall 2x12" Boxe, wenn's etwas rockiger sein darf. Hat neuerdings einen Cannabis-Rex Speaker drin. Hoffentlich merken das die Roadies nicht, sonst rauchen die mir noch den Amp weg ...

Für kleinere Countrygigs und Kreuzfahrten, wo nicht viel Gepäck dabei sein soll: Fender Blues Junior, die lauteste Kiste Bier, die ich jemals hatte. Wie der grosse Blues Deluxe der Amp für Teles und Strats, Country, Rock n'Roll und eben ... Blues. Und es muss natürlich schon der tweedige sein - obschon auch die anderen Special Editions geil aussehen.

Für rockige Garten- und Wohnzimmerparties ist der Orange OR 15 gerade richtig. Man kann zwischen 15 und 7 Watt Output wählen; und er reagiert exakt auf das Gitarrenvolumen reagiert. Man braucht also keine Kanalumschaltung oder so. Im HIntergund die ideal assortierte Gitarre dazu (Music Man Axis). Zur Bedeutung der Farbe Orange beispielsweise noch http://www.seilnacht.com/Lexikon/Orange.htm

Dieser Laney Lionheart L5t-112 5w 1x12 Combo ist vor allem für Gigs, bei denen alles andere so oder so zu laut ist. Kann allerdings auch knapp mit einem Drums mithalten - und meist gehts ja eh noch mal über ein Mik.

Erstaunlich guter Sound für so einen kleinen Brüllwürfel. Lässt sowohl fender- wie gibsonartigen Gitarren tönen wie sie sollen. Durchaus eine alltagstaugliche Alternative zu teureren 5 Watt Boutique-Amps.

Etwas kleiner - aber eher lauter - ist der Vibe Dolphin 20, ein Zufallskauf weil man diese Dinger plötzlich sehr günstig haben konnte. Einkanaler mit Tremolo und Hall und recht gutem Sound. Die Konstruktion ist "hausbacken" mit dem fest montierten Stromkabel und dem fest verdrahteten Speaker - ursprünglich ein chinesischer "Loupspeaker", jetzt ein Jensen C 10R . Kein Standby und keine Möglichkeit, die Effekte per Fusspedal einzuschalten; ist aber ok, den Hall und das Tremolo braucht man ja meistens auch durch den ganzen Song hindurch. Dazu passt auch das 50ties Radio-Design. Und wie gesagt, der Sound ist erstaunlich gut für Blues und "leichten" Rock.

Wieder etwas lauter ... und schwerer ist dieser VOX AC30C2x. Britisches Pfund Made in China. Hat jedoch wie früher zwei Celestion Alnico Blue Bulldogs drin, die Kanäle können zusammengeschaltet werden und ein sog. Filter Cap Mod wurde durchgeführt, damit die Höhen auch bei leiseren Tönen etwas gezähmt sind. Und es sind Räder dran ... immerhin wiegt er über 30 Kilo.

Mein "Taschen-AC30", der VOX AC4C1 für zu Hause.Die Idee ist tatsächlich, einen echten VOX mit Wohnzimmerlaustärke anzubieten, was auch gelungen ist. Ob's für die Bühne auch reicht? Schauen wir mal ;-)

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... undwenn auch der noch zu laut ist, habe ich mir den Artec Cubix G1 reingenommen. Der ist nicht viel lauter als eine akustische Gitarre und findet neben den Bühnenkleidern Platz in einer Umhängetasche.

Gegenwärtig steht er aber auf meinem Basteltisch, um umgebaute Gitarren auf defekte Lötstellen, Brumm und Phasenprobleme testen zu können.

Und wenn's wieder etwas deftiger sein darf: Hughes&Kettner Statesman Dual EL34. Der cleane Kanal ist recht fenderhaft - sogar mit Twangschalter -, der Crunch-Kanal vintage-rockig mit verschiedenen Gainstufen. Da geht die Post echt ab. Made in Germany, mit Fusspedal und Cover ohne Aufpreis mitgeliefert.

Für die Töne unter der Gürtellinie ist diese SWR Basic Black Combo und allenfalls eine Zusatzbox zuständig. Wie der Name sagt: Basic and Black und mit einer Vorstufenröhre, was im Basscombo-Bereich doch eher selten ist. Stammt noch aus den 90ern des letzten Jahrhunderts.